Stress, ständige Erreichbarkeit, Überstunden – und irgendwann die Diagnose „Burn-out“. Die Krankheit der Dauergestressten ist in aller Munde. Doch was ist eigentlich mit der Kehrseite? Was, wenn der Job langweilt, die Aufgaben anöden und die Stunden bis zum Feierabend einfach nicht vergehen?

„Bore-out“ – Langeweile im Beruf scheint in unserer Leistungsgesellschaft ein Tabuthema zu sein. Die weit verbreitete Meinung: Langeweile ist ein Luxusproblem. „Ich bekomme fürs Nichtstun Geld. Darüber kann ich mich doch nicht beschweren“, so die Einstellung vieler unterforderter Arbeitnehmer. Was die meisten nicht wissen: Langeweile und Unterforderung im Beruf wirken sich genau so negativ auf das Wohlbefinden aus wie dauerhafte Überbelastung.

Daher gilt bei Langeweile im Job: Keine falsche Scham! Die Erledigung von Aufgaben unnötig in die Länge zu ziehen oder Beschäftigung vorzutäuschen hilft nicht, aus der belastenden Situation herauszukommen. Wer sich im Beruf unterfordert fühlt, muss aktiv werden. Wir sagen Ihnen wie!

Sagen Sie der Langeweile den Kampf an!

1. Ursachenforschung

Handelt es sich um dauerhafte Unterforderung oder nur um eine kurzzeitige Flaute, z.B. aufgrund der Auftragslage? Hin und wieder ruhige Tage im Büro können beispielsweise für administrative Dinge sinnvoll genutzt werden. Fühlen Sie sich dauerhaft unterfordert, ist Eigeninitiative gefragt.

2. Hinterfragen der Situation

Haben Sie generell nicht genug zu tun oder langweilen Sie die immer gleichen Aufgaben?
Wird Ihre fachliche Kompetenz nicht ausgeschöpft? Die Ursachen für Unterforderung sind vielfältig.

3. Wege aus dem Trott

Ob flexiblere Arbeitszeiten, eine Weiterbildung oder die Unterstützung bei einem zusätzlichen Projekt. Wer sich mit Lösungsansätzen beschäftigt, hat den ersten wichtigen Schritt bereits getan. Denken Sie aus Unternehmersicht. Fragen Sie sich, was dem Unternehmen noch fehlt. Was könnte getan werden, um Prozesse zu verbessern? Die Aussage „es gibt einfach nicht mehr Arbeit“ stimmt in den wenigsten Fällen!

Schluss mit dem Versteckspiel

Vielleicht war Ihrem Vorgesetzten bisher gar nicht bewusst, in welcher Lage Sie sich befinden. Unterforderung ist für Außenstehende kaum sichtbar, denn wir sind gut darin, diese zu vertuschen. Wichtig ist daher, dass Sie das direkte Gespräch suchen.

Auch wenn es schwer fällt: Offenheit ist hier der erste Schritt zur Besserung. Sprechen Sie über Ihre aktuelle Situation und die Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen. Wer gut vorbereitet in das Gespräch geht und schon erste Lösungsansätze mitbringt, hat die besten Voraussetzungen.

Für das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten gilt:
  • Erklären Sie Ihre Situation ehrlich und sachlich.
  • Keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen – bleiben Sie lösungsorientiert.
  • Zeigen Sie sich offen und kompromissbereit – auch, wenn Ihnen die gewünschte Fortbildung vorerst nicht gewährt wird oder Sie sich eine andere Lösung erhofft haben.
  • Lehnen Sie Änderungsvorschläge nicht kategorisch ab. Probieren geht über studieren: Vielleicht ist ein Abteilungswechsel gar keine so schlechte Idee?

Bleiben Sie am Ball

Veränderung braucht Zeit. Resignieren Sie nicht, wenn das Arbeitspensum nicht sofort ansteigt. Bieten Sie beispielsweise Kollegen Ihre Mithilfe an. Wenn sich auch nach Wochen keine Besserung einstellt, sollten Sie erneut das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen.

Ein drastischer aber oft sinnvoller Schritt ist der Wechsel an einen neuen Arbeitsplatz. Wägen Sie ab, was Sie an Ihrem jetzigen Arbeitsplatz hält und welche Chancen sich mit einem neuen Job ergeben. Ihre Expertise wird vielleicht an anderer Stelle händeringend gesucht!

Sie möchten sich einer neuen Herausforderung stellen?

Foto: Fotolia_125141141